Verschiedene Reportagen über das Yukon Quest und das Yukon Quest 300.
:: Reportagen 2007 ::
Yukon Quest Reise-Bericht:
Von Sui Kings
© Copyright Sui Kings
Zurueck nach Alaska:
Am nächsten morgen fahren wir schon um halb 6 Uhr in der Frühe los. Es schneit wie verrückt - das
kann ja heiter werden heute. Man kann keine 50m weit sehen, wir sind alleine auf dem Alcan
unterwegs. Nach drei Stunden erreichen wir Destruction Bay ein kleiner Ort am Kluane Lake
gelegen und dort tanken wir am Truck Stop und nehmen ein orginal Canadisches Frühstück zu uns.
Bratkartoffel mit Bacon, Eiern, Toast und einem riesigen Pott Kaffee. Hhm das hat gut getan.
Eine Stunde später sind wir wieder unterwegs immer Richtung Norden. Es schneit den ganzen
Vormittag, so dass wir von den 3000m hohen Bergen, die links vom Highway liegen, nichts sehen.
Im Sommer ist auf dem Alcan die Hölle los, dann schiebt sich hier Stossstange an Stossstange
durch die traumhafte Wildnis. Ich kann jedem nur empfehlen den Alcan mal im Winter zu fahren
das ist Abenteuer Pur! Am frühen Nachmittag erreichen wir dann die Grenze nach Alaska. Der
Zollbeamte glaubt uns wohl nicht, was wir vorhaben?! Unser Camper wird unter die Lupe genommen,
gut das wir die alle erfrorenen Lebensmittel schon in Dawson City entsorgt haben. Der Zollbeamte
ist jedoch schnell fertig mit seiner Kontrolle, war ihm wohl zu kalt hinten drin...
Wir setzen unsere Fahrt fort und als die Sonne untergeht erreichen wir Fairbanks. Schnell noch
mal volltanken ein paar Hot Dogs reinschieben und einige Kanister Wasser eingekauft und dann
gehts weiter. Wir wollen unbedingt heute noch nach Circle City. Die Fahrt auf dem 'Steese Highway'
ist ein Abenteuer für sich. Nach 50km auf dem Steese Highway treffen wir bis kurz vor
Circle City auf kein anderes Fahrzeug mehr. Es geht hoch in die Berge wieder runter ins Tal
und kurz darauf wieder hoch in die Berge. Alles auf schneeglatten Strassen und keine
Leitplanken an den Seiten. Wer hier ins Rutschen kommt, kann nur noch gute Nacht sagen. Hier
wird nicht gestreut - hier fährt nur noch der Snowplower um nach heftigen Schneefällen die
Strasse zu räumen. Als wir den Eagle Summit hochfahren stoppen wir, um den unbeschreiblichen
Sternenhimmel über uns zu bestaunen. Ohne Worte dieser Anblick! Die Temperatur ist auf minus
40 Grad Celsius gefallen.
Wir erreichen kurz vor 23:00 Uhr Circle City, ein Nest nahe dem Polarkreis wo hauptsächlich
Natives und einige wenige Weisse leben. Zum Yukon Quest erwacht die ca. 100 Seelen zählende
Gemeinde zum Leben. Hier steht die Zeit im Winter still. Wir fragen im Checkpoint nach, wo wir
die Nacht verbringen können? Man zeigt und den Weg in die örtliche Schule, wo wir in
einem der Klassenräume gegen 25 Dollar Unkostenbeitrag schlafen können. Das Geld kommt
auschliesslich der Schule zu Gute. Wir bekommen sogar dicke Matratzen, welche für den
Turn-Unterricht gebraucht werden, zur Verfügung gestellt, damit wir nicht auf dem harten Boden
schlafen müssen. Überall wurden wir ganz herzlich aufgenommen, das gilt für die kanadische
wie auch für die alaskanische Seite. Die Gastfreundschaft ist sprichwörtlich! Wir richten
unser Nachtlager ein und gehen nochmal rüber zum Checkpoint. Vorher aber stecken wir das Kabel
für die Ölwanne zum Heizen ein, sonst springt das Auto wieder mal nicht an.
Minus 57 Grad Celsius :
Im Checkpoint, der in einer Feuerwache untergebracht ist, wird von örtlichen Freiwilligen
Essen und Trinken angeboten. Das Angebot ist reichlich sogar frisches Obst kann man bekommen.
Nach einem guten Abendessen ziehen wir uns zurück in die Schule, um etwas zu ruhen. Ein
Freiwilliger bietet sich an, uns zu wecken wenn der erste Musher gemeldet wird. Das ist gegen
3.15 Uhr in der Früh. Schnell in die Klamotten und nichts wie rüber zum Checkpoint. Als ich die
Tür aufreisse trifft mich die Kälte, wie ein Keulenschlag. Eben noch im warmen Schlafsack jetzt
-45 Grad Celsius - ich packe die Türklinke an, um die Tür zu schliessen und bleibe fast an der
Klinke hängen, weil ich keine Handschuhe anhabe. Autsch das war knapp.
Mit mir sitzen noch
cirka 12 Leute im Feuerwehrhaus und warten. Dann kommt ein Native rein und ruft: 'A Musher
comes in'. Schnell raus und als ich den Fotoapparat endlich schussbereit habe, ist Lance
Mackey schon da. Ich kann nur drei Fotos machen, dann versagt die Kamera ihren Dienst; es ist
zu kalt, alles friert in minutenschnelle ein. Ich habe Angst, dass die Filmrolle bei den
Temperaturen reisst. Lance Mackey versorgt seine Hunde ohne ein Wort zu verlieren. Das sind
keine gewöhnlichen Hunde das sind Top-Atlethen jeder Einzelne. Ein Hund der das Yukon Quest
läuft muss genau soviel Kalorien zu sich nehmen wie ein Tour de France Rennradfahrer. Als
Lance die Hunde versorgt hat kommt er ins Feuerwehrhaus und erzählt wie hart die letze Etappe
war. Bis zu Minus 57 Grad war es auf dem Yukon River dazu noch der Fahrtwind. Was sind Musher
für leidenfsähige Menschen. Selbst den Hunden macht bei den Temperaturen das Laufen keinen
Spass mehr. Die Rüden müssen aufpassen das Sie nach dem pinkeln mit dem Penis nicht am
Boden festfrieren, wenn Sie sich hinlegen.
Nach einem guten Essen legt sich Lance in einen extra für die Musher hergerichteten Raum zum
Schlafen. Sechs Stunden später ist er mit seinem Team schon wieder aufbruchbereit.
In Central :
Just als Lance Mackey aufbricht hören wir Hundegebell. Es ist Hans Gatt der nun in den Checkpoint
einläuft. Lance Mackey hat sechs Stunden Vorsprung auf Gatt, der sicher auch weiss, dass es mit
dem Teufel zugehen müsste wenn sich Lance den Sieg noch nehmen lässt. Aber da kommt ja noch der
berüchtigte Eagle Summit, dort sind schon Rennen die sicher gewonnen geglaubt waren, noch
verloren gegangen. Wir sehen noch Gerry Willomitzer und 'Iron Will' in den Checkpoint kommen
und brechen dann nach 'Central' auf - wir wollen Lance Mackey auf den Fersen bleiben.
Nun bei Tageslicht sehen wir die atemberaubende Landschaft, die wir ja gestern bei Dunkelheit
gar nicht sehen konnten. Tiefhängende Bäume mit Schnee und Eis bedeckt die jeden Moment zu
brechen scheinen, säumen unseren Weg. Die Sonne scheint, aber die Temperatur bleibt bei -40Grad
Celsius. Gegen Abend erreichen wir 'Central'. Draussen vor dem Checkpoint hat man Feuer in
leeren Ölfässern gemacht, um sich gegen die Kälte besser zu schützen. Wir essen schnell was im
einzigen Restaurant im Ort und dann geht es raus in die Kälte. Ich trage meine Kamera unter
einer dicken Fleece Jacke und die Batterien und Filme immer dich am Körper damit sie warm
bleiben. Es wird viel erzählt und wir hören das 'Sab Schnuelle' aufgeben wollte in 'Circle City'.
Er hat draussen im Busch campiert, da es für die Hunde zu kalt zum Laufen war. Es wird berichtet
das die Tempearturen, als er über den Yukon kam, bis auf -60 Grad Celsius gefallen waren und
er es für besser hielt zu warten bis es etwas wärmer wurde!!!! Wir sind jedenfalls wieder
richtig und sehen wie Lance Mackey in Central einläuft. Seine Hunde sind frisch und wollen
gar weiterlaufen, aber er gönnt sich und den Hunden eine Pause, denn nun gehts für ihn zum
'Eagle Summit' - das letzte grosse Hinderniss vor Fairbanks. Wir brechen schon auf zum
Dogdrop Mile 101 und wollen dort auf Lance warten.