Verschiedene Reportagen über das Yukon Quest und das Yukon Quest 300.
:: Reportagen 2007 ::
Yukon Quest Reise-Bericht:
Von Sui Kings
© Copyright Sui Kings
Kochkünste in Mile 101:
Mile 101 wird von Peter Kamper und ein Paar Freiwilligen bertieben. Es ist im Sommer ein
Goldgräber-Camp, wo noch immer nach Gold geschürft wird. Die Hütten sind nicht isoliert und es
zieht durch alle Ritzen aber dennoch schafft es Peter und seine Helfer jedes Jahr eine gemütliche
Unterkunft für Musher, Helfer und Medien herzurichten. Legendär sind die Mahlzeiten die dort
gereicht werden. Jeder bringt was mit und Peter zaubert mit dem Vorhandenen die besten
Mahlzeiten. Wir bekommen eine Cabin gezeigt, wo wir schlafen können. Wir quatschen noch was mit
Peter und Mike (einem alten Goldgräber) und hauen uns dann aufs Ohr. Es wird eine sehr kalte
Nacht, trotz Ofen bekommt Hans-Jürgen keine Auge zu, er friert wie ein Schneider. Er sitzt die
halbe Nacht mit Schlafsack am Ofen, den er so feuert das oben am Kamin die
Flammen rauskommen. Ich schlafe hingegen gut und fest. Mein Schlafsack ist für die arktischen
Temperaturen geeignet.
Mitten in der Nacht werde ich geweckt, Lance Mackey wäre im Anmarsch
auf Mile 101. Ich ziehe mich an und gehe raus. Draussen empfängt mich wunderschönes Nordlicht
am sternenklaren Himmel. Ein Leckerbissen für die Augen! Ich schenke mir einen Kaffee ein als
Mike reinkommt und sagt er habe ein Licht von einer Stirnlampe gesehen. Wir gehen raus und
tatsächlich, da kommt Lance Mackey schon über die letzen Hügel zum Dogdrop Mile 101.
Jetzt wird Ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Als Lance
die Hunde versorgt hat, kommt er in die Hütte um sich aufzuwärmen. Seine Finger sind halb
erfroren. Was muss der Mann für Schmerzen haben. Und trotzdem findet er Zeit und die Ruhe auf
unsere Fragen zu antworten. Danach erst legt er sich in eine der Cabins um ein wenig
auszuruhen. Nach vier Stunden Schlaf ist er wohl gelaunt wieder auf den Beinen und geht sofort zu
seinen Hunden und verteilt Streicheleinheiten. Er möchte weiter und so sehen wir den möglichen
Yukon Quest Gewinner 2007 ganz locker aufbrechen. Er ist gerade um den letzen Hügel, als von
weitem ein weiterer Musher zu sehen ist. Es ist Hans Gatt. Auch Ihn begrüssen wir noch und
brechen dann auf Richtung Fairbanks, wir wollen Lance Mackey über die Ziellinie fahren sehen.
Lance Mackey und der Nordlandvirus:
Die Fahrt zurück nach Fairbanks wird noch zu einem Highlight. Wir sehen eine Caribou Herde und
mehrere Elche. Gegen Abend erreichen wir Fairbanks und vor uns sehen wir die Alaska Range und
den Mount Mc Kinley im Abendrot erleuchten. Was für ein Anblick den höchsten Berg Nordamerikas
aus mehr als 100km zu sehen. Majestätisch erhebt er sich in der Alaska Range. Dieser Anblick
entschädigt schon alleine für die ganzen Strapazen der letzten Tage! Gegen 21 Uhr erreichen
wir Fairbanks und gönnen uns für die nächsten zwei Tage das Mariott Spring Hill Suit Hotel.
Was für ein krasser Gegensatz zu den letzen Tagen. Wir können die Ziellinie von unserem Zimmer
aus sehen. Am nächsten morgen machen wir uns auf, um Fairbanks ein wenig zu erkunden,
Lance Mackey wird gegen Mittag erwartet.
Und dann ist es soweit: Wir schreiben Dienstag den 20.02.07. Es ist -30 Grad Celsius, einige
hunderte Leute stehen seit Stunden auf dem zugefrorenen Cheena River um dem Sieger Lance Mackey
einen würdigen Empfang zu bereiten. Es ist 14 Uhr und die Kirchenglocke der benachbarten Kirche
fängt an zu läuten, Feuerwehr Sirenen ertönen und dann kommt er um die letzte Biegung des
Cheena River gebogen, er hält unterwegs noch an und schüttelt unzählige Hände - dann endlich
fährt er über die Ziellinie umjubelt von unzähligen Fans. Seine ganze Familie ist im
Zielbereich und gratuliert. Er aber geht erst zu jedem einzelnem Hund und bedankt und
streichelt sie. Er weiß wem er diesen gradiosen Sieg zu verdanken hat und das auch noch in
neuer Rekordzeit von: 10 Tagen, 2 Std.und 37 Min.
Nur wenige Wochen später gewinnt Lance Mackey auch noch das Iditarod, das längste Hunde
Langstrecken Rennen der Welt von Anchorage nach Nome: 1800km!!! Das hat vor ihm noch keiner
geschafft. Lance Mackey hat Musher Geschichte geschrieben. Wir sehen abends noch Hans Gatt
über die Ziellinie fahren und machen uns dann auf in die Koje, denn morgen früh geht es,
1000km auf dem Alcan, nach Whitehorse zurück. Aber was ist das schon im Gegensatz zu dem,
was die Hunde und die Musher geleistet haben.
Wir hatten eine tolle Zeit im Yukon und in
Alaska und die Fahrt zurück war ein Traum für die Sinne. Der Yukon Quest macht süchtig und das
Nordlandvirus kann man nicht bezwingen - höchstens eindämmen.
Zum Yukon Quest 2008 werde ich wieder hinfliegen !
1. FC Köln...:
P.S. Auf meinen Reisen bin ich auch als Botschafter des Frohsinns und vor allem auch als
Botschafter des 'besten Vereins der Welt' unterwegs; des 1. FC KÖLN ! Trikot, Fahne, Schal und
Hut sind immer im Gepäck, so auch beim Yukon Quest 2007. Mittlerweile kennen viele Leute den
1.FC KÖLN auch in Canada und Alaska.
Viva Colonia
Sui Kings aus Kerpen-Horrem.
[Tel.: 02273-2811 / eMail: nc-kingsha3 at netcologne.de ]