Verschiedene Reportagen über das Yukon Quest und das Yukon Quest 300.
:: Reportagen 2007 ::
Yukon Quest Reise-Bericht:
Von Sui Kings
© Copyright Sui Kings
4 Unzen Gold in Dawson City:
Yukon Paul will am nächsten morgen den Truck starten. Kein Lebenszeichen gibt er von sich.
Eingefroren und die Batterie ist leerer als leer. Der Besitzer vom B&B stellt uns sein Ladegerät
zur Verfügung und wir kaufen ihm ein Kabel ab, welches man über Nacht an den Motorblock
anschliesst, damit die Ölwanne über eine Heizspirale vorgewärmt wird. Gegen Mittag kommen wir
erst los. Spät Nachmittags erreichen wir 'Pelly Crossing' den nächsten Checkpoint. Einige Musher
sind schon wieder in Richtung Dawson City aufgebrochen. Also beschliessen auch wir weiter zu fahren.
Welch tolles Bergpanoram bietet sich uns, als die Sonne untergeht. In rot violetten Tönen
verabschiedet sich die Sonne für heute von uns. Gegen 23 Uhr erreichen wir Dawson City. Hier
haben wir nun viel Zeit, denn die Musher müssen hier eine 36-stündige Zwangspause einlegen. Wir
sind für heute kaputt und zu müde noch ein Bier trinken zu gehen. Wir verschieben das auf
morgen.
Früh bin ich wieder auf den Beinen und erkunde den geschichtsträchtigen Ort alleine.
Heute morgen ist es etwas frisch -35 Grad Celsius, aber an die 'kühlen' Temperaturen haben
wir uns nun gewöhnt. Wir beschliessen zu warten, bis die ersten drei Musher in Dawson City
ankommen. Es wird ein langer Tag und eine noch längere Nacht. Hoch über uns glitzern die
Sterne um die Wette. Gegen 23:30 Uhr fährt Lance Mackey über die Linie damit hat er ,wenn
er das Rennen zu Ende fährt, zusätzlich 4 Unzen reines Gold gewonnen, welches von der Stadt
Dawson City gespendet wird. Vier Stunden später fährt Iron Will (William Kleedehn) in die alte
Goldgräberstadt ein. Ihm folgt eine weitere Stunde später Hugh Neff. Es ist kurz vor 5 Uhr
morgens und wir beschliessen nun auch uns etwas aufs Ohr zu hauen.
Liebevolle Hundepflege :
Doch nach vier Stunden Schlaf sind wir wieder wach und machen uns auf den Weg ins Camp der Musher,
das am anderen Ufer vom Yukon River liegt und aus Zelten und Unterkünften für die Doghandler und
die Hunde besteht. Jetzt können die Teams 36 Stunden ausruhen, bevor sie sich auf den Weg nach
Fairbanks,Alaska machen. Wir geniesen die Tage in Dawson City und schauen uns die Musher und
Hunde genau an, um eventuelle Rückschlüsse zu ziehen, wer für den Sieg in Frage kommt. Aber da
habe ich nur einen auf meiner Liste: Lance Mackey!!!
Wird er das Tripple schaffen und den YQ zum
dritten mal hintereinander gewinnen? Das hat in den Jahren 2002-2004 nur der Österreicher Hans
Gatt geschafft. Wird Lance Mackey dieses Jahr gleich ziehen? Nicht nur die Hunde können sich
nun ausruhen auch die Musher könnten sich mal so richtig ausschlafen.
Aber weit gefehlt nach wenigen Stunden (Halb-)Schlaf finden sich die Musher bei Ihren Hunden
ein: reiben die Pfoten mit Salben, massieren die verkrampften Muskeln, geben den Hunden mit
viel Liebe Streicheleinheiten und legen sich meisten zu Ihnen ins Stroh, auf das der enge
Kontakt bestehen bleibt. Die Hunde werden mit soviel Fürsorge, Hingabe und Liebe gepflegt, dass
manch einer denkt; Hund müsste man sein. Wir verbringen drei wundervolle Tage in Dawson City,
treffen viele Leute, knüpfen Kontakte fürs nächste YQ. Es ist als sei man in einer grossen Familie
angekommen. Den Start der ersten drei Musher Richtung Fairbanks sehen wir uns noch an.
Am nächsten morgen verlassen wir dann Dawson City.
Einer bleibt zurueck :
Für die Musher sind es noch ca. 800km, für uns mit dem Auto bis nach Circle City hoch oben in
Alaska ca.1900km, deshalb sollten wir uns sputen, wollen wir den ersten Musher in Circle City
einlaufen sehen. Wir müssen zurück bis Whitehorse, dort lassen wir Yukon Paul zurück, da er
kein Interesse mehr am Yukon Quest hat. Die Hetze und die dauernde Warterei das ist für ihn nichts.
Hans-Jürgen und ich werden das ganze Rennen bis zum Ziel in Fairbanks verfolgen. Es ist jetzt -40
Grad Celsius. Als wir Dawson City verlassen - die Sonne erklimmt gerade hinter den Bergen den
Horizont- geht die Fahrt vorbei an zu Stein gefrorenen Bäumen und Sträuchern. Wir sehen viele
Spuren von Elchen am Wegesrand und zwei Stunden später erblicken wir dann eine Elchkuh mit ihren
zwei Jungen, wie sie Baumrinde versuchen von den Bäumen zu knabbern. Sie lassen sich von uns
nicht stören auch nicht als wir den Camper stoppen um einige Fotos zu machen. Nach acht Stunden
Fahrt auf dem spiegelglatten 'Klondike Highway' erreichen wir gegen 15 Uhr Whitehorse. Wir
bringen Yukon Paul ins 'Riverview Hotel' und überlassen ihn sich selbst. Hans-Jürgen und ich
machen uns nach einem Tankstopp auf den Weg nach Circle City. Nun sind wir auf dem berühmten
Alcan( Alsaka-Canda Highway) unterwegs. Es fängt schon an zu dämmern und so beschliessen wir
in 'Hains Junction' zu übernachten und wollen uns am nächsten morgen sehr früh auf den Weg machen.
Das Panorama was sich uns bietet ist unbeschreiblich. Schneebedeckte Berge links und rechts des
Highways und dieses wundervolle Licht welches die untergehende Sonne auf die Berge wirft.
Einfach traumhaft schön! Wir checken im Hotel 'Klondike Inn' ein, als es schon dunkel ist.
Schnell noch was Essen und dann ab in die Koje morgen müssen wir noch 1400 km abreissen.