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REPORTAGEN 2008
Yukon Quest Start (c) HJ Schwall
Verschiedene Reportagen über das Yukon Quest und das Yukon Quest 300.

:: Reportagen 2008 ::

Yukon Quest Reise-Bericht:
Von Sui Kings
© Copyright Sui Kings


Meet the Musher und Eröffnungs-Banquet:

Sui und Hugh Neff (c) HJ Schwall
Dieses ‚Meet the Musher' könnte man auch ‚Meet the Baron Münchhausen' nennen, denn es ist immer wieder schön zu hören, wie die Musher sich gegenseitig zum Favoriten machen oder aber so tiefstapeln, dass man meint die Hunde würde keine 100 km durchhalten (Und das bei einem 1600km Rennen). Keinem ist auch nur annähernd zu entlocken wie seine Strategie aussieht und wenn es doch einer tut dann sind es Fehlinformationen in der Hoffnung der jenige der fragt gibt sie weiter und so sind wieder Unwahrheiten im Umlauf. Das ganze Treffen beruht auf Gerüchte streuen damit ja keiner dahinter kommt was man wirklich vorhat. Aber es ist auch immer ein schöner Abend, man trifft viele alte Bekannte vom Vorjahr und lernt Neue Leute dazu kennen. Die Musher geben bereitwillig Autogramme auf Poster die man kaufen kann und drei Stunden später ist die Veranstaltung vorüber und jeder geht seines Weges. Wir beschliessen noch einen Drink an der Hotelbar zu uns zu nehmen und hauen uns dann aufs Ohr. Am nächsten morgen nach einem ausgiebigen Frühstück schlendern wir wieder etwas durch die Stadt. Die Temperatur beträgt -32 Grad C. - eine dichte Dunstglocke hängt über Fairbanks ,es sieht genauso aus wie bei den Olympischen Spielen in Peking. Die Autoabgase und die Abgase der Heizungen steigen durch die Kälte nicht auf und bilden eine riesige ‚Glocke'. Gegen Mittag wird die Situation etwas besser und wir können noch einige Bilder machen. Am frühen Abend geht es dann zum Carlson Centre, eine Eishockey Arena die für das Starter Banquet umgestaltet wurde. Wir Treffen viele Bekannte und um 18 Uhr werden die Leute eingelassen. Die Tische haben alle Namen, benannt nach den Checkpoint und Dogdrops. Wir setzen uns an den Tisch Dawson City und was für ein Glück nachdem die Gäste begrüsst wurden, wird nach Tischen aufgerufen welcher als erster ans Buffet gehen darf. Natürlich ist Dawson City darf als erster dran - ich kann es kaum glauben. Yeah!!!

Am Dawson Tisch (c) HJ Schwall
Nachdem dann alle Tische mit Essen fertig sind werden die Start-Nummern gezogen. Da es dieses Jahr ein Jubiläums Rennen ist - das 25 Yukon Quest International Sleddograce, führen die beiden Gründerväter des Quests Roger Williams und Leroy Shank durch das Programm. Die beiden sind zu vergleichen mit den beiden Opas von der Muppet Show, die da auf dem Balkon sitzen. Das Ganze wird dann aber doch eine langweilige Angelegenheit, da auch jeder Musher noch eine kurze Ansprache hält und seinen Sponsoren dankt usw. Einige Musher sind in zwei Minunten fertig mit ihrer Rede, andere brauchen 20 Minuten und länger. Bestes Beispiel hierfür ist Frank Turner, er erzählte Storys, die er in 25 Jahren Yukon Quest erlebt hat, aber Franky ist bekannt dafür, Ansprachen zu halten die sich wie Kaugummi ziehen. Aber auch er wird dann endlich mal fertig und so findet die Veranstaltung doch noch ein Ende. Die Musher stellen sich nochmal den Fragen der Journalisten und sind dann weg. Auch wir beschliessen den Abend zu beenden und fahren ins Hotel zurück.

Doug Grilliot (c) HJ Schwall
Am nächsten Mittag hatten wir dann Presse Versammlung und dort bekommen wir vom neuen Race Marshall Doug Grilliot mitgeteilt, dass es einen Restart geben wird. Die Wetterbedingungen und Trail Bedingungen für die Hunde und für die Musher seien auf einem Trail-Abschnitt katastrophal. Der Trail zwischen Chena Hot Springs und Mile 101 über den Rosebud und Boulder Summit sei in so schlechtem Zustand, dass es eine zu grosse Gefahr für Hunde und Menschen sei und er sich deshalb dazu entschlossen hätte, das Rennen in Mile 101 neu zu starten. Der Entschluss wurde von den anwesenden Journalisten mit viel Beifall begrüsst. Im Anschluss gab einer der Yukon Quest Tierärzte noch eine Demonstration, wie die Hunde während des gesamten Rennens untersucht werden. Es war richtig beeindruckend und man muss sich mehr Sorgen um die Musher machen anstatt um die Hunde.


Der grosse Tag: Start des 25th Yukon Quest Internatinoal Sled Dog Race:

YQ Start (c) HJ Schwall
Schon früh am morgen sind wir unterwegs zum Stake out, dem Sammelplatz für alle Musher die am 25ten Yukon Quest teilnehmen. Die Dunstglocke hängt immer noch über der Stadt und die Temperatur zeigt -42 Grad Celsius an. Der Sammelplatz liegt gerade mal fünf Minuten von unserem Hotel entfernt. Es sind schon etliche Leute unterwegs. Die Medien Vertreter stehen Schlange für ein Interview mit Mushern, die für den Sieg in Frage kommen. Aber auch nicht so bekannte Musher - die Rookies - z. Bsp. geben bereitwillig Interviews. Ich mache mir Sorgen, dass meine Batterien der Kamera bei dieser Kälte schlapp machen. Und diese Sorge ist berechtigt, schon nach drei Bildern verweigert das gute Stück Ihren Dienst. Da hilft alles nichts, ich muss rein und frische Batterien in die Kamera tun. Gerade als ich die Kamera unter der dicken Jacke hervorhole beschlägt das Objektiv, es bildet sich eine feine Eisschicht darauf. Ich mache einige Wärmepads auf, die eigentlich für warme Hände oder Füsse sorgen sollen. Man knetet diese Beutel und Sie geben 6 - 8 Stunden Wärme ab. Ich tue sie mir in die Hosentasche und stecke die Reserve Batterien dazu. Das müsste klappen.

YQ Start (c) HJ Schwall
Draussen füllt sich der umfunktionierte Parkplatz immer mehr. Hunderte von Schaulustigen belagern die Musher und Ihre Hunde. Diese lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ich mache noch einige Fotos und gehe dann zur Startlinie, diese befindet sich auf dem Chena River, der gut einen Meter dick gefroren ist. Um kurz vor 11 Uhr wird das erste Team zur Startlinie gebracht. Punkt 11 Uhr geht unter Kirchengeläut der erste Musher auf seine 1600 km lange Reise durch Alaska über Berge, Flüsse und gefrorene Seen. Etwas über tausend Zuschauer haben sich entlang der Startlinie eingefunden. Es ist ein überwältigendes Spektakel, ich liege im Schnee und mache Bilder von den nun im drei Minuten Takt startenden Mushern. Immer wieder muss ich nach einigen Minuten die Batterien wechseln. Inzwischen ist die Temperatur ist nur ein wenig gestiegen und durch den Dunst kommt die Sonne nicht durch, es sieht gigantisch aus wenn die hechelnden Hunde an einem vorbei stieben. Die Musher müssen voll auf die Bremse treten sonst würden die Hunde nur so davon preschen und sich schon auf den ersten Kilometern verausgaben. Einige Musher stehen ganz entspannt auf Ihren Schlittenkufen und finden noch ein paar freundliche Worte und winken den Zuschauern zu, die den Mushern viel Glück zurufen. Andere wiederum stehen so gespannt, richtig verkrampft auf Ihrem Schlitten, haben den Blick stur nach vorne gerichtet ,scheinen in eine andere Welt eingetaucht zu sein, nehmen ihre unmittelbare Umgebung nur noch wie durch einen Schleier war. Ich wechsel einen Diafilm nach dem anderen, fünf oder sechs Filme sind schon durch den Apparat gelaufen und ich habe gerade erst ein Drittel des Feldes gesehen. Ich ändere meine Position und gehe auf eine naheliegende Brücke, die über den Chena River führt. Von hier oben habe ich eine noch bessere Aussicht und mache noch jede Menge Fotos. Ein Team nach dem anderen verlässt den Startbereich und als auch der letzte Musher auf die Reise gegangen ist treffe ich meinen Buddy Hans-Jürgen wieder und wir gehen in die Big I Bar.

Sui mit Sab und Benedikt (c) HJ Schwall
Hier treffen wir einige Musher die das diesjährige Quest nicht mitfahren, sondern sich für das Iditarod angemeldet haben. Benedikt Beisch, Gerry Willomitzer und einige vom Mackey Clan diskutieren mit uns, wie wohl die Taktik der einzelnen Musher aussehen wird. Auch die Frau von Lance Mackey ist dabei, aber über Ihren Lance erfahren wir nichts, sie hüllt sich in eisernes Schweigen. Nach gut zwei Stunden verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zum ersten Checkpoint Chena Hot Springs. Es ist immer schön, wenn man gute alte Bekannte und Freunde wieder trifft aber es tut auch ein wenig weh , wenn die Zeit kommt und man Tschüss sagt ,denn die meisten sieht man erst im nächsten Jahr wieder.


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