Verschiedene Reportagen über das Yukon Quest und das Yukon Quest 300.
:: Reportagen 2008 ::
Yukon Quest Reise-Bericht:
Von
Sui Kings
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Einleitung: Wie ich zum Yukon Quest gekommen bin? :
Der Yukon Quest hat mich schon immer fasziniert. Vor Jahren als noch eine grosse deutsche Autoreifen Hersteller Firma (Fulda)
Hauptsponsor beim Yukon Quest war, kam jeden Abend auf Eurosport eine halbstündige Reportage vom Yukon Quest. Keine dieser
Sendungen habe ich verpasst, habe heute noch Videos darüber. Jedenfalls habe ich mir damals schon vorgenommen da musst du
einmal hin. Jahre später (2005) besuchte ich in Köln die Internationale Reisemarktmesse. Dort war auch ein Stand von Leuten
aus Whitehorse die Kantouren im Yukon Territory an den Mann / bringen wollten. ‚Habe ich schon gemacht', sagte ich auf ihr
Drängen hin. Doch dann sah ich in einer Vitrine Ausstellungsstücke und Flyer vom Yukon Quest. ‚Das würde mich mal
interessieren dort dabei zu sein', war meine prompte Aussage. Der Mann der mir den Yukon Quest Flyer erklärte war Rolf
Schmitt ein Deutscher der vor Jahren nach Canada ausgewandert war und dort mit seiner Frau eine Pferde Ranch betreibt.
Wie sich dann rausstellte ist Rolf Schmitt auch Mitglied des kanadischen Yukon Quest Vorstandes. Da hatte ich ja den
richtigen Mann gefunden. Jedoch war es für mich vom finanziellen her nicht machbar beim YukonQuest 2006 live dabei zu
sein. Ich war schon bereit zu gehen, als Rolf Schmitt dann sagte: ‚Gleich kommt eine Bekannte von mir, die sucht noch
einen Doghandler (Hundebetreuer) für das nächste Rennen. Ich war hellauf begeistert. Gut zwei Stunden später wurde
ich dann Hella Blum vorgestellt. Wir unterhielten uns über den YukonQuest und über Ihren Mann Matthias Blum, der
nächstes Jahr (2006) das 1000 Meilen Rennen fahren wollte. Ich sagte ihr, dass ich das gerne machen würde aber ich
das ganze erstmal mit meiner Frau und meinem Arbeitgeber abklären müsste. Noch dazu erwähnte ich, dass ich so etwas
noch nie gemacht haette. ‚Das lernst du schon', war Ihre Antwort. Wir verabredeten in Kürze miteinander zu
telefonieren und ich fuhr, den Kopf voller Gedanken, nach Hause. Als ich ankam merkte meine Frau sofort, dass
etwas im Busch war. ‚Was hast du wieder ausgeheckt ?', war Ihre erste Frage. ‚Ich fahre in drei Monaten als
Doghandler zum YukoQuest 2006', war meine einfache Antwort. Abends auf der Arbeit (Ich hatte Nachtschicht)
berichtete ich meinem Chef von meiner Begegnung mit Hella Blum auf der Messe und fragte ihn ob das
urlaubstechnisch kein Problem wäre. Er meinte nur: ‚Flieg, wenn es dir Spass macht deinen Arsch abfrieren
zu lassen'.
Keine zwei Minuten später klingelte ich Hella Blum per Handy aus dem Bett und berichtete ihr, dass sie ihren Doghandler
gefunden hat. Der Yukon Quest lies mich dann nicht mehr los. Nach 2006 als Doghandler und 2007als Berichterstatter und
Fotograf in eigener Regie, war ich auch dieses Jahr ,2008 wieder dabei. Der YukonQuest Virus hatte mich befallen. Mann
kann das Virus eindämmen aber los wird man es nicht mehr! Vor Jahren noch fantasierte ich, als plötzlich durch einen
Besuch auf der Reise Messe Köln, mein Traum Realität geworden ist.
Der Yukon Quest 2008: Auf gehts nach Canada:
Mein Freund Hans-Jürgen Schwall aus Lingen an der Ems begleitete mich schon letztes Jahr und war auch dieses Jahr wieder mit
dabei. Am Montagmorgen, es ist der 4.02.08, bringt mich meine Frau zum Bahnhof. Es ist nicht irgendein Montagmorgen, nein es
ist "ROSENMONTAG" einer der höchsten Feiertage im Rheinland und ich mache mich auf den Weg zum YukonQuest. Ich muss zugeben,
gelitten habe ich schon als ich in Köln ankomme und auf meinen Anschlusszug warte. Die ganzen Jecken die schon unterwegs
sind oder noch immer, wer weiss das schon so genau an solchen Tagen? ‚Aber da musst du jetzt durch', sagte ich mir. Ich hatte
mir, um nicht ganz nackt zu fliegen, ein T-Shirt mit den zehn kölschen Geboten angezogen und machte mit dieser Bekleidung
schon im Zug nach Frankfurt auf mich aufmerksam. In der Mainmetropole traf ich mich dann mit meinem Buddy H.-J. Schwall.
Ich hatte schon eingecheckt und musste 40 Euro für Übergepäck bezahlen. Das ist mir in 25 Jahren die ich nun nach Canada
fliege noch nie passiert. Aber ich hatte auch viele Geschenke für Freunde dabei. Im Flieger dann checke ich die Musik-Kanäle
durch und als ich bei Kanal 29 ankomme höre ich doch tatsächlich Heimatmusik; Höhner, Bläckfööss, Brings und Paveier usw.
Alles Karnevalsmusik die an meine Ohrmuschel dringt. Ich bin richtig happy und fange auch gleich an, die Lieder
mitzusingen. Die Sitzreihen vor und hinter mir schmunzeln wegen der Texte oder aber wegen der falschen Töne die ich wohl
singe !? Aber egal - selbst die Stewardessen haben Mitleid und fragen ob ich nicht leiden würde? Klar, aber die tolle
Karnevalsmusik hilft mir ein wenig drüber weg. Darum einen grossen Dank an die Lufthansa, die auch an Passagiere denkt,
die der kölschen Sprache mächtig sind !
Nach knapp elf Stunden landen wir in Vancouver. Jetzt schnell durch den Zoll, Gepäck am Connecting Flights Schalter abgeben
und hoffen das der Flieger nach Whitehorse heute rausgeht. Denn in den letzten Wochen zuvor sind zahlreiche Flüge nach
Whitehorse abgesagt worden, weil die Maschinen wegen der grossen Kälte (-40 Grad C. und darunter) in Whitehorse nicht
landen oder starten konnten. Aber unsere Maschine war bereit und zwei Stunden später waren wir in der Hauptstadt des Yukon.
Der Rosenmontag war in Deutschland schon wieder Geschichte und ich fühlte mich etwas besser. Vom Airport ging es dann sofort
ins Hotel und wir checkten im Gold Rush Inn ein. Wir begaben uns zwar auf unsere Zimmer, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Zu aufgeregt war ich und musste doch dauernd an die Jecken zu Hause denken. Aber irgendwann sehr spät in der Nacht schlief
ich dann doch ein und träumte vom Dom und ‚all die lecker Mädche doheim'